• personale führung

Leadership neu entdecken

Die Orientierungskraft organisationaler Grenzen schwindet. Die Bindekraft der Organisation nimmt dramatisch ab. Viele Organisationen befinden sich in permanenter Verflüssigung. – Was erzeugt noch den Zusammenhalt, das Commitment, wenn die Organisation immer weniger auf der formalen Unterscheidung zwischen innen und außen fußt? Dann wird es für die Mitglieder in Organisationen eng und hierarchische Führung läuft in die Legitimationsfalle.

 

Dann rücken die Stellungnahme und Haltung des Einzelnen zu organisationalen Gegebenheiten und zu notwendigen Veränderungen in das Zentrum von Führung und Management, Personalentwicklung, von Organisationsentwicklung. Dann wird es umso bedeutsamer, dass Führung gut in sich selbst verankert ist.

  

Ich erweitere mein ausgeprägt systemisches Verständnis von Organisationen um die „existenzielle“, die "personale" Dimension und setze bei Leadership-Themen hier bewusst den Akzent.

 

 

Führung als sozialen Prozess gestalten

In dieser Perspektive steht die Fähigkeit, Führung als sozialen Prozess zu gestalten, im Vordergrund. Fachliche und administrative Kompetenzen bleiben bedeutsam, treten jedoch dahinter zurück. Die Kraft von Menschen in der Organisation zu entfalten, braucht eine Führung, die sich ihre Aufgabe konsequent funktional versteht, die präsent und spürbar ist. Eine Führung, die Klarheit schafft, das Zusammenwirken fördert, dafür sorgt, dass die Einzelnen im Blick sind, ein gemeinsames Sinnverständnis auslotet und dieses beständig vermittelt. Führung ist Anwalt der Wirklichkeit des Unternehmens, bezieht Position zur Rollenerwartung und fordert dies bei anderen ein.

 

Personale Führung fokussiert das Wesentliche, bringt im Dialog Menschen in Bewegung, weil sie um deren Beweggründe weiß, und zeigt Gesicht gegen gesichtsloses Management von Emotionen. Personale Führung antwortet auf vier zentrale Fragen des Menschseins in Organisationen: Sie gibt (1) klare Orientierung in Hinsicht darauf, was hier und jetzt gefragt ist, schafft (2) Raum für Austausch im Miteinander der Zusammenarbeit und (3) Entfaltungsräume der Selbstverantwortung des Einzelnen und sorgt  dafür, dass (4) der einzelnen Beitrag an eine gemeinsame Mission zurückgebunden wird.

 

Personale Führung benötigt gruppendynamisches Wissen und muss dieses praktisch anwenden können und wollen. Führungskräfte brauchen neben praktischem Handwerkszeug eine authentische respektvolle innere Haltung, gute persönliche Beziehungen zu Kunden, Mitarbeitern und Kollegen und müssen diese auch in schwierigen Situationen aufrechterhalten können. Dafür müssen Führungskräfte selbst "ja!" zu Unternehmenszielen und Veränderungsprozessen sagen, sich selbst darin verorten und dazu Stellung nehmen können: Wie stehe ich zum Unternehmenszweck und zu anstehenden Veränderungen? Was sind meine Sorgen? Über welche Potenziale verfüge ich? Worin sehe ich meinen Beitrag?

 

  • Personale Führung erfordert Aufmerksamkeit und Achtsamkeit gegenüber schwachen Signalen innerhalb und außerhalb der Organisation.
  • Personale Führung bedeutet das Wägen und Bewerten von Alternativen und Optionen, ein gemeinsames Ringen um gute Lösungen und begründete und gut gegründete Stellungnahmen.
  • Personale Führung lässt sich in einer Haltung der souveränen Offenheit auf den Einzelnen und das Team ein.
  • Personale Führung bringt die Bereitschaft aller Beteiligten zum Tragen und sieht es als Aufgabe an, ein gemeinsames Sinnverständnis zu konstruieren.

 

So findet Führung „Halt durch Haltung“ und erneuert ihre Legitimation.

 

In der Organisationsberatung, in Entwicklungsprojekten und Trainings und in den Coaching-Formaten steht die Vermittlung dieser Kompetenzen im Zentrum meiner Arbeit mit Führungskräften. 

Dr. Georg Martensen
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